Pflastersteine sind seit mehreren Tausend Jahren eine bewährte Art der Straßenbefestigung. Dass Pflaster eine sehr lange Lebensdauer hat, zeigen die Gassen und Plätze einer jeden Altstadt. Doch die Verwendung von Pflastersteinen als Bodenbelag ist nicht mit dem Mittelalter ausgestorben, auch heute noch werden die rechteckigen Steine gerne verwendet – als Großpflaster, als Kleinpflaster oder als Mosaikpflaster.
Mit Großsteinpflaster wird meist ein schlichter Reihenverband gelegt. Das bedeutet, dass die Steine im rechten Winkel zum Verlauf der Straße oder des Weges ausgelegt werden. Die neue Reihe Steine wird dabei immer um einen halben Stein versetzt über der vorherigen verlegt. Es lässt sich aber theoretisch auch ein Diagonalverband legen.
Mit Kleinpflaster können Sie neben Reihen- und Diagonalverband noch weitere Verlegemuster realisieren. Beim Polygonalverband werden die Steine diagonal zum Wegverlauf angeordnet, allerdings wirkt die leicht versetzte und lockerere Gestaltung gemütlicher und weniger streng.
Mit Kleinpflastersteinen lassen sich auch kompliziertere Muster verlegen, zum Beispiel Bogenpflaster oder Schuppenbögen, also ineinander greifende Bögen. Natürlich kann auch mit unterschiedlich großen Pflastersteinen experimentiert und Groß- und Kleinpflaster vermischt werden. Dabei können individuelle Muster entstehen, welche aber vorher auf dem Papier geplant werden müssen.
Eine sehr detaillierte Vorausplanung erfordert Mosaikpflaster. Mit diesen Kleinsten der Pflastersteine können Sie Bilder, Buchstaben oder ganze Schriftzüge verlegen. Hier ist eine detaillierte Zeichnung – Stein für Stein – unverzichtbar, wenn Sie sich eine böse Überraschung ersparen möchten.
Beim Verlegen von Pflastersteinen spielen vier Schichten eine Rolle: der gewachsene Boden, die Tragschicht, das Pflasterbett und schließlich die Pflastersteine. Die erste Schicht, der gewachsene Boden, bleibt natürlich, wie er ist. Die Tragschicht muss aber aus nicht Feuchtigkeit bindendem Boden bestehen. Daher muss lehmiger Boden abgetragen und gegen beispielsweise Kies ausgetauscht werden.
Der Boden wird nun verdichtet, zum Beispiel mit einem Rüttler. Dabei muss auf ein Gefälle geachtet werden, das es dem Regen erlaubt abzulaufen. Die fertig verdichtete Tragschicht darf keine Unebenheiten mehr aufweisen. Auf sie wird nun eine wenige Zentimeter dicke Schicht Pflasterbett aufgetragen.
Bevor es nun ans Steineverlegen geht, werden die Pflasterkanten eingefasst. Nun werden die Pflastersteine mit ca. drei bis fünf Zentimeter breiten Fugen verlegt. Alle zwei bis drei Meter sollte man mit einer Schnur kontrollieren, ob auch alles gerade verläuft.
Nun werden die Fugen mit Sand aufgefüllt, die gesamte Pflasterfläche gesäubert und anschließend mit dem Rüttler bearbeitet. Dabei wird immer vom Rand zur Mitte hin gerüttelt. Abschließend werden die Fugen noch einmal nachbearbeitet. Fertig ist das Pflaster.