Natursteine können die unterschiedlichsten Oberflächen haben, je nachdem, wie sie bearbeitet wurden. Dabei eignet sich aber nicht jede Oberflächenbearbeitung für alle Natursteine, vielmehr sind die Möglichkeiten abhängig von der Gesteinsart, der Stärke des Materials sowie der einzelnen Mineralien, die im Stein zu finden sind.
Natursteine können geflammt und gebürstet oder nur geflammt sein, sie können sandgestrahlt, getrommelt oder gestockt, geschliffen, poliert oder spaltrau sein. Doch was verbirgt sich hinter den einzelnen Oberflächenbezeichnungen?
Geflammte Oberflächen sind rau und somit sehr rutschfest. Sie eignen sich besonders für Außenbereiche, welche Regen und Glätte ausgesetzt sind. Die raue Oberfläche wird durch das Aufspringen der Quarze erreicht. Vor allem Granit wird auf diese Weise bearbeitet.
In einem zweiten Arbeitsschritt kann die geflammte Natursteinoberfläche gebürstet werden. Der Vorteil von geflammtem und gebürstetem Naturstein ist, dass er zwar sehr rutschfest, dabei aber samtweich ist. Die Oberfläche wird mit Bürsten, die Schleifpartikel enthalten, abgebürstet – die Rauigkeiten, die durch das Flammen entstanden sind, verschwinden. Der Stein ist nicht nur weicher, sondern auch Schmutz abweisend.
Natursteinoberflächen lassen sich mit verschiedenen mechanischen Verfahren in die gewünschte Rauigkeit bringen. Eine Möglichkeit ist der Sandstrahler. Dabei wird die Gesteinsoberfläche mit quarzfreiem Stahlgut – meist Korund – bearbeitet. Der Druck des Sandstrahlers, die Körnung des Strahlgutes sowie die Art des Natursteins sind die Faktoren, welche den Grad der Rauigkeit, von sehr fein bis sehr grob, bestimmen.
Gestockter Naturstein wurde mit einem sogenannten Stockhammer bearbeitet. Dieser sieht aus wie ein großer Fleischklopfer und kann mit unterschiedlich großen Zähnen ausgestattet sein – für unterschiedliche Rauigkeiten. Früher wurde der Stockhammer von Hand betrieben, heute kommen Presslufthämmer zum Einsatz. Das Ergebnis ist eine matte, raue und rutschsichere Oberfläche.
Wer Natursteine mit antikem Charme mag, kann auf getrommelte Steine zurückgreifen. Diese wurden zusammen mit Quarzsand und Wasser in einen Freifallmischer gegeben. Dieser rotiert und lässt die Steine aneinanderschlagen. Die Oberflächen erhalten also eine zufällige Bearbeitung, was ihren altertümlichen Charakter unterstützt.
Einige Steine haben von Natur aus eine spaltraue Oberfläche. Bei anderen kann unter Einsatz einer Steinspaltmaschine nachgeholfen werden. Spaltraue Oberflächen sind sehr rutschfest und eignen sich daher besonders als Bodenbeläge im Außenbereich. Aber auch Mauern und Fassaden können mit spaltrauen Natursteinen gestaltet werden.
Die Oberfläche von Natursteinen kann durch Schleifen geglättet werden. Je nach Körnung des Schleifmaterials lassen sich so matte bis halbglänzende Oberflächen erzielen. Geschliffene Oberflächen nutzen mit der Zeit ab und verglätten. Dann kann die Oberfläche einfach neu geschliffen werden.
Die glatteste Oberfläche bietet der polierte Naturstein. Er glänzt schön und ist leicht zu reinigen. Allerdings fehlt es ihm an Rutschfestigkeit, weshalb er für den Außeneinsatz sehr ungeeignet ist, denn Regen kann polierte Oberflächen gefährlich rutschig machen.